
Jedes Jahr schreibt die Jugendstiftung Sachsen das Projekt Spurensuche aus, um Jugendlichen die Erforschung regionaler Geschichte zu ermöglichen und näherzubringen. Die Gedenkstätte Hoheneck ist im Jahr 2026 mit einem eigenen Jugendgeschichtsprojekt erstmals dabei. Unter dem Titel „Der Klang eines Tages im Frauengefängnis Hoheneck“ setzen sich junge Menschen mit den akustischen Erfahrungen und Eindrücken der inhaftierten Frauen von Hoheneck auseinander. Dafür werden noch interessierte freiwillige Jugendliche gesucht!
Töne und Geräusche sind eindringliche sinnliche Erfahrungen, sie können beruhigen, aber auch enormen Stress verursachen. Im Alltag können wir uns unangenehmen Geräuschen entziehen, im Zwangskontext der Haft war das jedoch nicht möglich – insbesondere in einer Diktatur wie der DDR. Im Projekt erforschen die Jugendlichen die Klangwelt, d. h. die verschiedenen Geräusche des Haftalltags und machen sie erfahrbar. Geräusche werden am historischen Ort nachgebildet, aufgenommen und in einem multimedialen Rundgang in Form eines Actionbound nachvollziehbar gemacht. Im Mittelpunkt steht dabei immer auch die Frage, wie Herrschaft, Kontrolle und Unfreiheit im Haftregime – und was das über die Achtung der Menschenrechte in der SED-Diktatur klangen aussagt.
In der Projektzeit zwischen Mai und November 2026 begehen die Jugendlichen den Ort, treffen sich in der Gedenkstätte und sprechen mit Zeitzeuginnen sowie Expertinnen und Experten zum Thema. Ergänzt wird das Projekt durch vielfältige Veranstaltungen: Am 27./28. Juni startet die Kick-Off-Veranstaltung in Chemnitz. Zum Abschluss finden die Jugendgeschichtstage im Sächsischen Landtag in Dresden am 26./27. November 2026 statt, bei denen die Jugendlichen das Projekt präsentieren. Der Abschluss im Landtag ist eine besondere Anerkennung der Jugendgeschichtsarbeit, denn sie trägt einen Teil zur Erinnerungskultur und zur Stärkung unserer Demokratie bei.
Interessierte Jugendliche können sich jederzeit melden unter info@gedenkstaette-hoheneck.de.