Veranstaltungsrückblick

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Forum Hoheneck „Christ sein in der DDR und HEUTE“

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Zweites „Forum Hoheneck“ – Ein intensiver Austausch über christliches Leben in der DDR und Impulse für die Gegenwart

Am 21. Mai 2026 fand in der Gedenkstätte Hoheneck das zweite öffentliche „Forum Hoheneck“ statt, das auf ein großes Publikumsinteresse stieß. Unter dem Leitthema „Christ sein in der DDR und HEUTE“ versammelten sich zahlreiche interessierte Gäste im vollbesetzten Dachgeschoss des Südflügels der ehemaligen Haftanstalt, um gemeinsam über ein prägendes Kapitel der deutschen Zeitgeschichte zu diskutieren.

Der Geschäftsführer der Gedenkstätte, Christian Ahner, begrüßte zu diesem Thema den Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Tobias Bilz, sowie den Zeitzeugen Reinhard Locke. Letzterer brachte eine enge persönliche und regionale Verbindung in die Diskussion ein: Als Sohn des ehemaligen Stollberger Katecheten wuchs er im direkten Umfeld auf und wurde in der DDR aufgrund seiner Überzeugungen selbst aus politischen Gründen inhaftiert. Die anschließende Podiumsdiskussion wurde von Joseph Walthelm moderiert.

Im Zentrum der Debatte standen die komplexen, oft schmerzhaften Verflechtungen zwischen Diktatur, sozialistischer Planwirtschaft und der freien Praxis des Glaubens. Die Gesprächspartner erörterten fundiert, welchen alltäglichen Repressionen, Benachteiligungen im Bildungssystem und existentiellen Gefahren Menschen ausgesetzt waren, die in einem erklärten atheistischen Staat fest zu ihren christlichen Werten standen. Zeitzeuge Reinhard Locke schilderte anhand seiner eigenen Biografie eindrücklich das Spannungsfeld zwischen Anpassung und Zivilcourage. Landesbischof Tobias Bilz schlug im Verlauf des Gesprächs die Brücke zur Gegenwart und analysierte, welche bleibenden Impulse und Verpflichtungen die damaligen Erfahrungen für die Kirche und das christliche Selbstverständnis in der heutigen demokratischen Gesellschaft bereithalten.

Ein besonderes Augenmerk des Tages lag auf dem generationenübergreifenden Dialog. Im Vorfeld der Abendveranstaltung fand ein Rundgang durch die historischen Räumlichkeiten des ehemaligen Frauengefängnisses statt. Hierbei kamen Mitglieder der Stollberger Jungen Gemeinde mit Landesbischof Bilz und dem Team der Gedenkstätte ins Gespräch. Die jungen Teilnehmenden nutzten diese Gelegenheit nicht nur zur historischen Spurensuche, sondern berichteten auch von Prägungen und Erzählungen in ihren eigenen Familien.

Die Resonanz der Besucher war durchweg positiv. In den anschließenden Gesprächen wurde der Abend als ein Ort des anregenden und respektvollen Austauschs gelobt, der wichtige Impulse zum Weiterdenken hinterlassen hat. Die Veranstaltung schloss nach einer offenen Fragerunde an das Publikum mit einem Segen des Landesbischofs.

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