
Am 12. September 2026 fand mit dem Tag der Begegnung erstmals seit der Eröffnung der Gedenkstätte Hoheneck ein Mehrgenerationentreffen statt. Über 160 ehemalige Inhaftierte, Angehörige und Familienmitglieder sowie weitere Gäste folgten der Einladung der Gedenkstätte. Das Programm, bestehend aus verschiedenen Rundgängen in und um Hoheneck, wurde rege angenommen und fand positive Resonanz. Besonders bereichert wurde der Tag durch die BLACKBOX Heimerziehung der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau, einer Wanderausstellung zur repressiven Heimerziehung in der DDR. Jene Heimerziehung mussten zahlreiche Kinder der in Hoheneck inhaftierten Frauen am eigenen Leib erfahren. Auch dadurch konnte an diesem Tag die Perspektive verschiedener Generationen der Betroffenen miteinander verbunden werden.
Zum Hauptteil der Veranstaltung sprach zu Beginn die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestags, Evelyn Zupke. Sie würdigte die Bedeutung des Treffens in ihrer Rede:
„Deshalb bin ich so dankbar, dass es diesen Tag der Begegnung gibt. Dass hier mehrere Generationen Inhaftierter und ihre Nachfolgegenerationen zusammenkommen. Dass Kinder und Enkelkinder Zeit bekommen, ihre Eltern und Großeltern in ihren Erfahrungen zu verstehen.“
Weitere Grußworte sprachen Gunter Weißbach, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Stollberg, Dr. Nancy Aris, Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kathrin Seifert für das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, Dr. Stefan Donth von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Anke Hamann, Beigeordnete des Landkreises Erzgebirgskreis, Regina Labahn vom Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen e. V. sowie Konstanze Helber vom Forum für politisch verfolgte und inhaftierte der SBZ/SED-Diktatur e. V.
In einem emotionalen Beitrag erinnerte Karin Leberwurst an die am 24. Juli 2026 verstorbene Zeitzeugin und Hoheneckerin Margot Jann. Karin Leberwurst stammt, wie Jann, aus Großröhrsdorf bei Dresden und war selbst politische Gefangene in Hoheneck.
Abschließend informierte das wissenschaftliche Team, Joseph Walthelm und Marion Stopfinger, die zahlreichen Betroffenen und Angehörigen über den aktuellen Stand sowie die weitere Entwicklung der Gedenkstätte Hoheneck. Dabei kamen, wie so oft, zahlreiche Wortmeldungen und Impulse von den Hoheneckerinnen selbst.
Beitrag und Rede der SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestags, Evelyn Zupke:
https://www.bundestag.de/parlament/sed-opferbeauftragte/Termine_Besuche/beitrag-hoheneck-1216178
https://www.bundestag.de/parlament/sed-opferbeauftragte/Rede_Interviews/text-1211612
Bericht der Stiftung Sächsische Gedenkstätten: